Pressemitteilung
DGB-Ortsverband Ibbenbüren bittet um Teilnahme an der Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht gegen die jüdischen Mitbürger vom 9. auf den 10. November 1938
Trotzdem seit der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland über 60 Jahre vergangen sind, ist es im Sinne eines wachen historisch-politischen Bewusstseins wichtig, sich der Geschehnisse vom 9. und 10. November 1938 zu erinnern.
In dieser Nacht, die von der NS-Propaganda verharmlosend „Reichskristallnacht" genannt wurde, wurden 191 Synagogen in Brand gesteckt, weitere 76 demoliert, 815 jüdische Geschäfte verwüstet und 171 Wohnhäuser gebrandschatzt bzw. zerstört.
Erstmalig zeigte nach einer Phase der planmäßigen Diskriminierung und Entrechtung des jüdischen Teils der deutschen Bevölkerung der Nationalsozialismus sein wahres Gesicht und seine wirklichen Absichten. Teile der Bevölkerung und insbesondere auch Jugendliche ließen sich mitfanatisieren und beteiligten sich an den „spontanen" Pogromaktionen gegen die jüdische Bevölkerung. Diese Ereignisse fanden nicht irgendwo fern ab der Gemeinde statt, sondern sie sind auch ein Teil der Ibbenbürener Lokalgeschichte.
Es ist wieder an der Zeit sich dieser Geschehnisse und des jüdischen Lebens in Ibbenbüren vor 1933 zu erinnern. Deshalb bitten wir die Mitglieder unserer Einzelgewerkschaften an der Gedenkveranstaltung, die traditionell von den Jungsozialisten in Ibbenbüren vorbereitet und organisiert wird, teilzunehmen.
Am Mittwoch, 9. November 2011, treffen sich alle Teilnehmer um 19 Uhr an der Gedenkstele an der Synagogenstraße (Nähe Caritas-Seniorenheim) in Ibbenbüren wie in den vorherigen Jahren. Von da aus führt der Weg zum jüdischen Friedhof. Lichter und Kopfbedeckung für männliche Teilnehmer sollten mitgebracht werden. Neben unseren Gewerkschaftsmitgliedern und interessierten Arbeitnehmern bitten wir auch die Ibbenbürener Schülerschaft um rege Beteiligung an der Gedenkveranstaltung. Es ist immer wieder an der Zeit, sich gegen rechtsextreme Umtriebe und intolerante Fremdenfeindlichkeit zu wehren und Zeichen zu setzen.
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