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Home DGB in den Städten Lengerich DGB-Diskussion: Sachlich, aber kontrovers

DGB-Diskussion: Sachlich, aber kontrovers

Fast 100 Teilnehmer verfolgten die vier Bürgermeisterkandidaten bei der Beantwortung wichtiger Zukunftsfragen für Lengerich. Der Einladung des DGB Ortsverbandes waren Bürgermeister Prigge (CDU), Andreas Kuhn (SPD), Wolfgang Brommer-Reuß (WfL) und Annegret Engelhardt (Grüne) gefolgt. Die Aufgabe der Kandidaten war es, vier Fragen des DGB in drei Minuten zu beantworten.

 

In der ersten Fragerunde konnte jeder der Podiumsteilnehmer drei wichtige Schwerpunkte für die kommenden 10 Jahre in Lengerich darlegen. Bürgermeister Prigge nannte die Ausweitung von Gewerbeflächen und Wohnungsbau, eine Imagekampagne für Lengerich als Ziele. Andreas Kuhn setzt in der Schul- und Bildungspolitik, mit der Forderung nach integriertem Schulsystem, seinen Schwerpunkt und forderte zudem eine aktive Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. Annegret Engelhardt hielt ein Stadtentwicklungskonzept für notwendig sowie die Förderung des Umweltschutzes. Wolfgang Brommer-Reuß fordert eine bessere Verzahnung von Demokratie und Ökonomie sowie ein Gewerbegebiet mit innovativen Unternehmen.

Unkonkret blieben alle Diskussionsteilnehmer bei der Frage wie in Lengerich mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgebaut werden könne. Zuvor wies Josef Hülsdünker, DGB Regionsvorsitzender, darauf hin, dass zwischen 1995 und 2007 in Lengerich über 1000 Arbeitsplätze verloren gegangen seien. Andreas Kuhn (SPD) verlangte angesichts der Zahl der angedrohten Kündigungen bei Windmöller und Hölscher, dass die Politik stärker helfen müsse, diese Arbeitsplätze in Lengerich zu erhalten. Bürgermeister Prigge hingegen sah eher die Notwendigkeit verbesserte Rahmenbedingungen für die Unternehmen zu schaffen, lehnte aber eine aktive Beschäftigungspolitik ab. Die Ausweisung von Gewerbeflächen war für die Podiumsteilnehmereine zentrale, wirtschaftsfördernde Maßnahme. Andreas Kuhn legte besonders Wert darauf, dass diese Flächen für Gewerbe und nicht für Innenstadt schädliche Ansiedlungen von Verbrauchermärkten genutzt werden sollten.

Ernüchternd waren die Ankündigungen der Bürgermeisterkandidaten was die finanziellen Auswirkungen der Finanzkrise auf Lengerich betraf. Alle rechnen mit dramatischen Einbrüchen bei den Einnahmen und sehen gewaltige Sparzwänge auf Lengerich zukommen.

Alle vier Bürgermeisterkandidaten waren sich rasch einig, dass mehr für die Frühförderung von Kindern unter drei Jahren getan werden müsse. Kuhn (SPD) machte deutlich, dass 69 Frühförderplätze für Kindern unter drei Jahren mit einem Deckungsgrad von 12 % viel zu wenig seien. Bürgermeister Prigge (CDU) versprach, die unter Dreijährigen zukünftig stärker zu fördern und Engelhardt (Grüne) legte Wert auf längeres gemeinsames Lernen und den Erhalt der Schullandschaft „vor Ort“. Für Wolfgang Brommer-Reuß (WfL) war vor allem die Gründung von Betriebskindergärten in Ergänzung des öffentlichen Angebotes an Kindergärten ein wichtiges Ziel.

Günter Bergener beendete die nachdenklich stimmende Debatte mit dem Satz: „Wir haben vier Kandidaten gehört, sie haben die Wahl – aber gehen Sie auch hin und nehmen Sie Ihr demokratisches Recht wahr.“

 

DGB-Ratgeber

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DGB-Ortsverband Lengerich

Vorsitzender
Günter Bergener

Tel. 05481.143299
Mobil 0151.12313754