Pressemitteilung
Thema: Zu wenig schwerbehinderte Beschäftigte in deutschen Unternehmen
Der DGB hat die Personalpolitik vieler Unternehmen gegenüber Behinderten kritisiert. Friedel Paßmann, Vorsitzender des DGB Arbeitskreis Behindertenpolitik im Münsterland erklärte auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr in der Gaststätte Waldmutter in Sendenhorst dazu: "Fast jedes zweite Unternehmen erfüllt die gesetzliche Beschäftigungspflicht von Menschen mit Behinderungen nicht. Es kann nicht sein, dass einerseits über Fachkräftemangel geklagt wird und andererseits Bewerberinnen und Bewerber nicht eingestellt werden, nur weil sie ein Handicap haben."
40 Prozent der deutschen Arbeitgeber haben weniger als ein Prozent schwerbehinderte Beschäftigte. Laut Gesetz sollten fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Beschäftigten besetzt sein. "Vielen Arbeitgebern ist leider nicht bewusst, dass eine Behinderung keineswegs Einfluss auf die zu leistende Arbeit haben muss. Dabei gibt es Branchen, die zeigen, wie es geht und an denen andere sich orientieren können", so Friedel Paßmann und der DGB Regionsvorsitzender Heinz Rittermeier aus Münster dazu.
Der DGB Bundesvorstand schlägt daher vor, die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Menschen durch entsprechende Anreize zu steigern. So sollte die Ausgleichsabgabe zumindest für diejenigen Unternehmen erhöht werden, die weniger als drei Prozent schwerbehinderte Menschen beschäftigen. Je nachdem, in welchem Umfang die Quote erfüllt wird, zahlen Unternehmen ab 20 Beschäftigten bisher eine Ausgleichsabgabe zwischen 105 und 260 Euro monatlich für jeden nicht besetzten Pflichtarbeitsplatz. "Es muss stärkere finanzielle Anreize geben, damit diese Unternehmen mehr schwerbehinderte Menschen einstellen. Wir müssen die andauernde und überdurchschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von schwerbehinderten Menschen endlich in den Griff bekommen", fordert Paßmann.
Die Arbeitslosenquote von schwerbehinderten Menschen ist seit Jahren beinahe doppelt so hoch wie die allgemeine Arbeitslosenquote. In 2010 lag sie bei 14,8 Prozent, die allgemeine Arbeitslosenquote betrug 7,7 Prozent. Insgesamt arbeiteten in der Wirtschaft und Verwaltung in 2009 etwa eine Million schwerbehinderte Menschen. Das entspricht einer Beschäftigungsquote von 4,5 Prozent. Die privaten Arbeitgeber erfüllten die Beschäftigungspflicht insgesamt zu 3,9 Prozent, die öffentlichen Arbeitgeber zu 6,3 Prozent.
Im Münsterland sind z. Z. 2.523 schwerbehinderte Menschen arbeitslos, darunter 1.388 langzeitarbeitslos.
Hier die Pressemitteilung (60.4 kB)
| < Zurück | Weiter > |
|---|



